In Deutschland gibt es laut Statistischem Bundesamt rund 11,8 Millionen Familien. Gut jedes vierte Kind (26 %) wächst in einer Familie mit mindestens drei Geschwistern auf. Gleichzeitig stehen diesen Familien Ende 2024 insgesamt nur rund 43,8 Millionen Wohnungen gegenüber – davon über die Hälfte in Mehrfamilienhäusern.
Wer als Vermieter, Wohnungsbaugenossenschaft oder Projektentwickler langfristig erfolgreich sein möchte, kommt am Thema familienfreundliches Wohnen nicht mehr vorbei. Denn Familien treffen Wohnentscheidungen nicht nur nach Quadratmetern und Mietpreis – sie bewerten das gesamte Wohnumfeld: Gibt es genug Platz für den Kinderwagen? Ist die Nachbarschaft sicher? Liegen Kita und Spielplatz in der Nähe?
Gleichzeitig zeigt eine Sparda-Studie: Rund 72 % der Mieterinnen und Mieter wünschen sich Wohneigentum. Das bedeutet im Umkehrschluss: Mietimmobilien müssen besonders überzeugen, um Familien zu halten. Familienfreundlichkeit wird so zum echten Wettbewerbsvorteil.
Familienfreundliches Wohnen lässt sich nicht auf einen einzelnen Faktor reduzieren. Es ist ein Zusammenspiel aus Grundriss, Lage, Infrastruktur und Wohnumfeld. Doch welche Faktoren wiegen am schwersten? Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Kriterien – und warum sie für Familien entscheidend sind.
| Kriterium | Warum es für Familien zählt | Praxistipp |
|---|---|---|
| Wohnfläche & Grundriss | Kinder brauchen Platz zum Spielen, Eltern Rückzugsräume. Ab 3 Personen: mind. 80–100 m². | Offene Wohnküchen ermöglichen Aufsicht beim Kochen. Separates Kinderzimmer ab 10 m² einplanen. |
| Sichere Außenbereiche | Garten, Balkon oder Gemeinschaftsgrünfläche geben Kindern Raum zum Toben – und Eltern Sichtbarkeit. | Spielplätze in maximal 300 m Entfernung, idealerweise im Blickfeld der Wohnung. |
| Stauraum außerhalb der Wohnung | Kinderwagen, Laufräder, Bobby-Cars – Familien haben viel Ausrüstung, die nicht in die Wohnung passt. | Ebenerdige Aufbewahrungslösungen bevorzugen; Kellerräume sind für den Alltag unpraktisch. |
| Infrastruktur & Lage | Kurze Wege zu Kita, Schule, Kinderarzt und Supermarkt entlasten den Familienalltag enorm. | Immobilien im Umkreis von 1 km zu Grundschulen und Kitäs vermarkten sich nachweislich besser. |
| Verkehrsanbindung & Verkehrssicherheit | Tempo-30-Zonen, Spielstraßen und sichere Radwege sind für Familien kein Luxus, sondern Grundbedürfnis. | Nähe zum ÖPNV ist Pflicht; für Kinderwagen sollte die nächste Haltestelle barrierefrei sein. |
| Nachbarschaft & Gemeinschaft | Familien suchen gezielt Wohnumfelder mit anderen Familien – für Spielkameraden und gegenseitige Unterstützung. | Gemeinschaftsräume, Spielbereiche im Innenhof und nachbarschaftliche Veranstaltungen fördern den Zusammenhalt. |
| Barrierefreiheit | Nicht nur für Senioren relevant: Aufzüge, breite Türen und ebenerdige Zugänge helfen Eltern mit Kinderwagen. | Bereits bei Neubauten barrierearme Standards umsetzen – spart spätere Nachrüstung. |
Ein gut durchdachter Grundriss ist das Herzstück einer familienfreundlichen Wohnung. Dabei geht es nicht nur um die Gesamtfläche, sondern vor allem um die intelligente Aufteilung des vorhandenen Raums.
Für viele Familien ist die Küche der soziale Mittelpunkt. Hier wird nicht nur gekocht, sondern auch Hausaufgaben werden gemacht und Freunde empfangen. Eine offene Wohnküche bietet den Vorteil, dass Eltern beim Kochen die Kinder im Blick behalten können. Ideal sind Grundrisse, in denen der Koch- und Essbereich mit dem Wohnzimmer verbunden ist – ohne dass die gesamte Wohnung nach dem Essen riecht.
Ein Kinderzimmer sollte mindestens 10 m² groß sein, um Bett, Schreibtisch und Spielfläche unterzubringen. Ab dem Schulalter ist ein eigenes Zimmer für die Entwicklung und Konzentration enorm wichtig. Achten Sie bei der Vermarktung darauf, Kinderzimmer klar auszuweisen – potenzielle Mieter bewerten das positiv.
In vielen Altbauwohnungen ist der Flur schmal und dunkel – ein echtes Problem für Familien. Hier landen Schuhe, Jacken, Helme, Schulranzen und im besten Fall auch der Kinderwagen. Ein großzügiger Eingangsbereich mit Garderobennische spart täglich Nerven. Bei Neubauprojekten empfehlen Experten mindestens 6–8 m² für den Flur.
Eine Badewanne gehört für Familien mit kleinen Kindern zu den nicht verhandelbaren Ausstattungsmerkmalen. Ein zweites WC oder Gäste-Bad ist ein starkes Plus, das den Familienalltag spürbar erleichtert – gerade morgens vor der Schule.
Sicherheit ist für Familien mit kleinen Kindern das Kriterium Nummer eins – und zwar sowohl innerhalb der Wohnung als auch im direkten Wohnumfeld. Das beginnt bei der Wohnungsausstattung und reicht bis zur Verkehrssituation vor der Haustür.
Vermieter und Eigentümer können mit überschaubarem Aufwand große Wirkung erzielen: Steckdosensicherungen, Fenstergriffe mit Kindersicherung, rutschfester Bodenbelag und bruchsichere Verglasung (z. B. Verbundsicherheitsglas) gehören zu den Maßnahmen, die bei familienorientierten Immobilien Standard sein sollten. Balkongeländer müssen mindestens 90 cm hoch sein und dürfen keine horizontalen Streben haben, an denen Kinder hochklettern könnten.
Im Wohnumfeld spielen beleuchtete Wege, übersichtliche Innenhöfe und sichere Spielflächen eine zentrale Rolle. Vermeiden Sie scharfkantige Einfriedungen, offenliegende Kellerschächte oder ungesicherte Mülltonnenplätze. Auch die Eingänge zum Haus sollten gut einsehbar sein – das schreckt nicht nur Einbrecher ab, sondern gibt Eltern ein gutes Gefühl.
Ein häufig unterschätztes Thema ist die Sicherheit von Gegenständen, die vor der Wohnung abgestellt werden. Kinderwagen im Treppenhaus oder Fahrräder im Hausflur sind leider immer wieder Ziel von Dieben – gerade in Ballungsräumen wie Berlin, Hamburg oder München.
Fragen Sie junge Eltern nach ihrem größten Alltagsproblem in der Wohnung, und die Antwort lautet häufig: Platz. Kinderwagen, Buggys, Laufräder, Dreirad, Fahrradanhänger, Regenverdecke, Bobby-Cars – die Liste der Gegenstände, die Familien benötigen, ist lang. Und kein einziges davon passt bequem ins Treppenhaus, geschweige denn in die Wohnung.
In vielen Mehrfamilienhäusern fehlt es schlicht an geeigneten Abstellmöglichkeiten. Der Keller ist zu umständlich (wer trägt schon einen 15–20 kg schweren Kinderwagen plus Kind plus Einkauf täglich die Treppe hinunter?), das Treppenhaus ist zu eng und der Hinterhof bietet keinen Schutz vor Witterung oder Diebstahl.
Das Ergebnis kennen viele: Kinderwagen stehen im Hausflur, blockieren Fluchtwege und sorgen für Reibung mit Nachbarn und Vermietern. Eine Situation, die niemanden glücklich macht – und die aus Brandschutzsicht sogar gefährlich werden kann (dazu mehr in Kapitel 6).
Die eleganteste Lösung für dieses Problem sind dedizierte, ebenerdige Aufbewahrungsmöglichkeiten direkt am Haus. Sie bieten Familien einen sicheren, trockenen und bequem zugänglichen Platz für all die sperrigen Dinge, die zum Familienalltag gehören.
Solche Lösungen existieren in verschiedenen Varianten: vom einfachen Abstellraum im Erdgeschoss bis hin zu speziell konzipierten Aufbewahrungsboxen, die direkt vor dem Haus aufgestellt werden. Letztere haben den Vorteil, dass sie schnell installiert sind, keinen Umbau erfordern und sich nahtlos in das Wohnumfeld einfügen.
Ein Anbieter, der sich auf genau solche Lösungen spezialisiert hat, ist das Berliner Unternehmen Kiwabo. Die dort entwickelten Aufbewahrungsboxen – sogenannte Minigaragen – gibt es in verschiedenen Größen für Kinderwagen (kiwabo L, XL, XXL), Fahrräder (farabo) und sogar Rollatoren (rollabo). Sie werden wetterfest und abschließbar direkt vor der Haustür aufgestellt, von Hausratsversicherungen anerkannt und können sowohl gekauft als auch gemietet werden.
| Modell | Stauraum | Geeignet für | Mietpreis ab | Kaufpreis ab |
|---|---|---|---|---|
| kiwabo L | 1 m³ | Einzelkinderwagen | 17,99 €/Monat | 749 € |
| kiwabo XL | 1,5 m³ | Doppel-Kinderwagen, Fahrradanhänger | 24,99 €/Monat | 899 € |
| kiwabo XXL | 2 m³ | 6er-Krippenwagen, extra Stauraum | 27,99 €/Monat | 1.049 € |
| farabo L | Individuell | 1 (E-)Bike | Auf Anfrage | Auf Anfrage |
| rollabo L | Individuell | Rollator, Rollstuhl | Auf Anfrage | Auf Anfrage |
Der entscheidende Vorteil für Vermieter: Solche Boxen sind deutlich günstiger als umbauter Raum, können als zusätzliches Mietangebot an Mieter weitergegeben werden und steigern die Attraktivität der Immobilie messbar. Gerade für die Wohnungswirtschaft ist das ein starkes Argument.
Ein Thema, das in der Diskussion um familienfreundliches Wohnen oft unter den Tisch fällt, ist der Brandschutz. Dabei birgt es erheblichen Sprengstoff – im wahrsten Sinne des Wortes.
Grundsätzlich gilt: Kinderwägen, Rollatoren und Rollstühle dürfen laut Rechtsprechung vorübergehend im Treppenhaus abgestellt werden. Das Landgericht Berlin hat 2009 entschieden, dass ein generelles Verbot unzulässig ist, da es Eltern nicht zuzumuten sei, den Kinderwagen mit dem Kind mehrfach am Tag die Treppe hoch zu tragen (LG Berlin, Az. 63 S 487/08). Gleichzeitig betont das Gericht, dass der Fluchtweg frei bleiben muss und Kinderwägen nicht angekettet oder angeschlossen werden dürfen.
Fahrräder hingegen dürfen in der Regel nicht im Treppenhaus abgestellt werden – sie gehören in den Keller oder in geeignete Abstellflächen. Das Problem: In der Praxis stehen trotzdem häufig E-Bikes für 3.000–5.000 € im Hausflur, weil der Keller zu umständlich oder zu unsicher ist.
Als Vermieter oder Hausverwaltung tragen Sie die Verantwortung für die Einhaltung der Brandschutzvorschriften. Die Musterbauordnung (§ 14 MBO) schreibt vor, dass mindestens zwei voneinander unabhängige Rettungswege vorhanden sein müssen. Blockierte Fluchtwege können nicht nur Menschenleben gefährden, sondern im Schadensfall auch zu erheblichen Haftungsrisiken führen.
Die nachhaltigste Lösung besteht darin, für alle sperrigen Gegenstände – Kinderwägen, Fahrräder, Rollatoren – geeignete Abstellflächen außerhalb des Treppenhauses zu schaffen. Ebenerdige Aufbewahrungsboxen oder Minigaragen, die direkt vor dem Haus platziert werden, lösen gleich mehrere Probleme auf einen Schlag: Sie entlasten das Treppenhaus, erfüllen Brandschutzauflagen und schützen die Gegenstände vor Diebstahl und Witterung.
Eine noch so schöne Wohnung nützt wenig, wenn die Umgebung nicht stimmt. Familienfreundliches Wohnen hört nicht an der Wohnungstür auf – es beginnt eigentlich erst dort. Die Infrastruktur und die Nachbarschaft entscheiden maßgeblich darüber, ob sich Familien langfristig wohlfühlen.
Studien zeigen: Familien bewerten die Qualität ihres Wohnumfelds vor allem danach, was sie innerhalb eines Kilometers zu Fuß oder mit dem Kinderwagen erreichen können. Im Idealfall gehören dazu: Kindertagesstätte oder Kindergarten, Grundschule, Kinderarztpraxis, Supermarkt oder Drogerie, Spielplatz oder Park, ÖPNV-Haltestelle (barrierefrei) und Apotheke.
Wohnungsbaugenossenschaften und Hausverwaltungen können aktiv dazu beitragen, eine familienfreundliche Nachbarschaft zu fördern. Gemeinschaftsräume für Eltern-Kind-Treffen, Sommerfeste im Innenhof oder eine gemeinsame WhatsApp-Gruppe für Nachbarschaftshilfe – solche vermeintlich kleinen Maßnahmen können die Mieterzufriedenheit spürbar steigern.
Ein wachsender Trend ist das generationenübergreifende Wohnen, bei dem Familien, Singles und Senioren bewusst in einem Wohnumfeld zusammenleben. Das schafft nicht nur soziale Vielfalt, sondern auch praktische Vorteile: Die Großeltern von nebenan passen auf die Kinder auf, während junge Familien den älteren Nachbarn beim Einkauf helfen. Für solche Wohnkonzepte sind barrierefreie Zugänge und flexible Aufbewahrungslösungen besonders wichtig, da die Bandbreite an Fortbewegungsmitteln – vom Kinderwagen bis zum Rollator – entsprechend groß ist.
Nutzen Sie die folgende Checkliste, um die Familienfreundlichkeit Ihrer Immobilie systematisch zu bewerten:
| Bereich | Maßnahme | Status ✓ / ✗ |
|---|---|---|
| Grundriss | Offene Wohnküche mit Sichtachse zum Spielbereich | □ |
| Grundriss | Kinderzimmer mind. 10 m² | □ |
| Grundriss | Großzügiger Flur/Eingangsbereich (6–8 m²) | □ |
| Ausstattung | Badewanne vorhanden | □ |
| Ausstattung | Steckdosen- und Fenstersicherungen | □ |
| Sicherheit | Balkongeländer ≥ 90 cm, keine Kletterhilfen | □ |
| Stauraum | Ebenerdige Abstellmöglichkeit für Kinderwagen | □ |
| Stauraum | Abschließbare Fahrradaufbewahrung | □ |
| Brandschutz | Treppenhaus frei von Kinderwagen und Fahrrädern | □ |
| Umfeld | Kita/Grundschule im 1-km-Radius | □ |
| Umfeld | Spielplatz in max. 300 m Entfernung | □ |
| Umfeld | Barrierefreie ÖPNV-Haltestelle in der Nähe | □ |
| Gemeinschaft | Gemeinschaftsflächen/-räume vorhanden | □ |
Erfinder und Gründer von kiwabo